Update: Das Rechtsrock-Konzert mit Kategorie C hat in Hungen-Villingen stattgefunden

Wir konnten den Ersatz-Veranstaltungsort finden. Ursprünglich war es in Wölfersheim geplant, wurde hier jedoch verhindert. Es waren etwa 70-100 Rechtsrock-Fans vor Ort. Kategorie C hat in einem abgelegenden Gartengrundstück gespielt. Dies im Format eines Balladen-Abends. Neonazis aus Hessen und den angrenzenden Bundesländern waren vor Ort. Die Polizei war mit etwa 60 Beamt*innen da und hat den Neonazis sichtlich den Spaß am Feiern genommen. Einige Menschen aus Hungen-Villingen haben sich bei uns gemeldet und sind entsetzt. Wir als Antifa-BI e.V. sagen, dass dieses Konzert für uns einen eindeutigen öffentlichen Charakter hatte, somit selbst auf einem Pirvatgrundstück auch öffentlich im Ortskern hörbar war und somit immer untersagbar ist. Wir bedanken uns jedoch ausdrücklich bei der Polizei in Gießen für die gute Zusammenarbeit und die schnelle Reaktion, nachdem wir das Konzert entdeckt haben. Wir bedanken uns ausdrücklich bei den vielen Menschen und Gruppen, die hessenweit nach dem Konzert gesucht haben. In Hungen gab es vor mehreren Jahren auch eine Rechtsrock-Band:

„Aus dem Landkreis Gießen selbst ist vor allem die Band „Rachezug“ mit Bandmitgliedern
aus Hungen, Rabenau und Usingen zu nennen.
Die offen rechtsextrem
auftretende Band ist, neben anderen rechtsextremen hessischen Bands wie „Nordglanz“
(NSBM aus dem Rhein-Main-Raum) und „Hauptkampflinie“ (aus Kassel),
mit zwei Liedern auf einem Rechtsrock-Sampler vertreten, der 2007 erschien und
heute noch im einschlägigen Internet-Versandhandel erworben werden kann.“
Quelle:[Hier Seite 33 4er Absatz]

2014 gab es schon einmal ein Rechtsrock-Konzert in Hungen-Villingen: „Etwa 90 Neonazis aus ganz Hessen kommen zu einem „Liederabend“ nach Villingen, einem Stadtteil von Hungen. Michael Regener, der mehrfach vorbestrafte Sänger der inzwischen aufgelösten Noenazi-Band „Landser“, soll auftreten.“ Quelle: Frankfurter Rundschau Neonazi-Konzert in Hungen

Pressegalerie:

Artikel der Gießener Allgemeinen:

Wetterauer Zeitung: Neonazis wollten Kriegsbeginn in Berstadt feiern

Gießener Anzeiger: Rechte treffen sich in Villingen

Der Neue Landbote: Neonazi-Konzert in Villingen

Zeit: Kategorie C im Kleingarten

Gießener Allgemeine: Nach Neonazi-Treffen: So gehen die Villinger mit den ungebetenen Gästen um

Hier unsere ursprüngliche Such-Meldung, die auch als PM an viele Zeitungen in Hessen rausgegangen ist: 31.08 Rechtsrock-Konzert in Hessen verhindern – Antifa-BI e.V. spendet Preis Rechtsrock-Konzert in Hessen verhindern – Antifa-BI e.V. spendet Preis

Rechtsrock Konzert mit Kategorie C und Reichstrunkenbold am 31.08.2019 in Hessen

Auftritte der Band Kategorie C konnten in Hessen schon mehrfach von der Polizei verhindert werden. Ein 2018 geplantes Konzert der Band im Szene-Treff „Bistro Hollywood“ in Leun-Stockhausen konnte durch einen von der Antifa-BI e.V. angemeldeten Gegenprotest zumindest in Hessen verhindert werden. Die Veranstalter verlegten das Treffen nach Rheinland-Pfalz. In der Vergangenheit haben Rechtsrockkonzerte in der Region Büdingen (Wetteraukreis), im Odenwaldkreis, in Hungen-Villingen (Landkreis Gießen) und in Waldsolms (Lahn-Dill-Kreis) sowie Kirtorf (Vogelsbergkreis) stattgefunden.

Vor allem Wirte und Vermieter von Veranstaltungsorten sollten sich am 31.08 genau anschauen, wer sich bei Ihnen eingemietet hat oder kommt. Neonazi-Veranstaltungen werden oft als private Feiern oder Geburtstag getarnt. Im Zweifel am besten direkt die Polizei anrufen, damit diese die Veranstaltung auflöst.

Die im Internet kursierende Einladung – Tel.-Nr. wurde von der Antifa-BI e.V. unkenntlich gemacht

Die Bands:

 „Kategorie C“ ist eine Band der rechtsextremen Szene. Sie trat bei zahlreiche Konzerte unter dem Banner von „Blood & Honour“, etwa 2014 in Slowenien und Italien auf. Kategorie C ist eine der deutschen Rechtsrock-Szenegrößen und spielte schon mehrfach in Hessen.

Reichtrunkenbold ist ein Neonazi-Aktivist und rechtsextremer Liedermacher aus Hessen. Reichstrunkenbold war auch der Spitzname des NSDAP-Reichsleiters Robert Ley. Er gehörte zu den 24 im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof angeklagten Nazis.

Rechtsrock:

Rechtsrock ist ein verbindendes Element in der Neonazi-Szene. Mit solchen Konzerten wird eine Szene verfestigt. Das nicht-öffentlichen machen solcher Konzerte und die Geheimhaltungstaktik in Hessen können diese erst ermöglichen.

Rechtsrock wurde in Deutschland vom verbotenen und terroristischen „Blood and Honour“ Netzwerk etabliert. Wer dieses Konzert, das in Szene-Verteilern beworben wurde, organisiert hat, ist unbekannt. Jedoch kommen führende „Blood and Honour“ Köpfe aus Hessen.

Staat und Zivilgesellschaft machen einen riesigen Fehler, wenn solche Konzerte unter dem Deckmantel einer vermeintlichen „Neutralität“ stattfinden können. Diese „Neutralität“ ermöglicht den Neonazis erst viele weitergehende Tätigkeiten, die wie im Fall der NSU-Morde oder dem Mord an dem Regierungspräsident Walter Lübcke zu organisiertem Mord und Totschlag führen. Es ist absolut inakzeptabel, wenn Rechtsrock-Konzerte von den Sicherheitsbehörden nicht aufgelöst oder verhindert werden.

Was ist bei Rechtsrockkonzerten zu erwarten? Die Reportage „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ bietet tiefe Einblicke in die organisierte Neonazi-Musikszene:

„Der Sänger grölt Gewaltparolen, die Arme gehen hoch zum Hitlergruß: Der Journalist Thomas Kuban ermöglicht Einblicke in eine Jugendszene, in die sich kaum ein Außenstehender wagt.

Nach neun Jahren hat Thomas Kuban fünfzig Undercover-Drehs hinter sich, auch jenseits deutscher Grenzen. Ein Lied begegnet ihm immer wieder: „Blut muss fließen knüppelhageldick, wir scheissen auf die Freiheit dieser Judenrepublik…“. Hochbrisant und einzigartig ist das Material, das er unter extremem persönlichem Risiko mit versteckter Kamera zusammengetragen hat. Es dokumentiert hautnah, wie junge Leute mit Rechtsrock geködert und radikalisiert werden.“ Deshalb dürfen Rechtsrock- Konzerte nie unkommentiert bleiben. Die Antifa-BI e.V. fordert, dass Rechtsrockkonzerte verboten, Neonazis endlich entwaffnet und rechte Szenetreffs geschlossen werden.

Die Antifa-BI e.V. wird im Kampf für Demokratie und gegen den Menschenhass weiterhin auf Prävention, Aufklärung und Bildung setzen und hofft, dass sich diesem viele anschließen. Denn nur mit vielen informierten und aktiven Menschen können wir den Neonazis erfolgreich, friedlich und entschlossen entgegen treten. Kein Raum und kein Platz für Neonazis in Hessen.

Preis

Die Antifa-BI e.V. bitte alle Menschen um ihre Unterstützung. In Hessen sind mehrere Orte bekannt, an denen Neonazis schon gefeiert haben. Es kann jedoch natürlich sein, dass sich die Rechtsrock-Szene irgendwo unerkannt eingemietet hat. Es ist wichtig, dass bei stattfinden des Rechtsrock-Konzertes eine Gegenkundgebung stattfindet.

„Sollten Sie mitbekommen, dass in ihrem Ort ein Neonazi-Konzert geplant ist, oder gerade durchgeführt wird, können Sie folgendes tun. Die Polizei anrufen und darüber informieren. Danach umgehend die Antifa-BI e.V. – kontakt@antifa-bi.de oder per Facebook-Nachricht – sowie die Presse informieren. Die Antifa-BI e.V. hat hierfür auch einen Preis ausgesetzt. Die Person, die hilft, das Konzert öffentlich zu machen oder zu verhindern, erhält von ein Info-Paket aus 200 Aufklebern, Broschüren und Büchern, darunter von Film-Faktum gesponsert das Buch „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“  geschenkt. Wir werden dann an dem entsprechenden Ort eine Kundgebung gegen das stattfindende Neonazi-Konzert durchführen.“ 

Hintergrund:

Büdingen http://antifabi.eu/?p=4763

Leun: http://antifabi.eu/?p=4755

Wetzlar: http://antifabi.eu/?p=4412

Hungen: http://antifabi.eu/?p=2756

Weitere Infos:

https://de.wikipedia.org/wiki/Philip_Tschentscher

https://de.wikipedia.org/wiki/Reichstrunkenbold

https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Ley

https://www.endstation-rechts.de/news/verlobungsfeier-mit-kategorie-c.htmlhttps://www.fr.de/rhein-main/npd-org27521/rechter-hass-hessens-hinterland-10946377.html