Büdingen: Kundgebung für Demokratie vs. Bundeskongress der „Jungen Alternativen“

In Büdingen waren diesen Samstag 150 Menschen auf der Kundgebung „Für Demokratie und Vielfalt“. Diese wurden vom Büdinger Bündnis für Demokratie angemeldet und von einem breiten Bündnis unterstützt. (Aufruf, Liste der Unterstützer*innen etc. hier) 

Neben unterschiedlichsten Redebeiträgen und Musik gab es einen Infostand sowie eine Ausstellung. Der Kreis-Anzeiger hat über die Kundgebung in dem Artikel „Breiter Protest gegen Bundeskongress der AfD-Jugend in Büdingen“ berichtet. Die Jugend der AfD hatte sich mit etwa 350 Personen zu ihrem Bundeskongress in der Büdinger Stadthalle versammelt.

Der Auftritt der „Jungen Alternativen“ hingegen hat viele Menschen geschockt: Die mit Bierflaschen aus der Halle kommenden „Jungen Alternativen“ wirkten eher wie ein burschenschaftlich und männlich dominierter Pegida-Mob als wie die Jugendorganisation einer politischen Partei.

Die Rhetorik der Jungen Alternative in Hessen wird schärfer, der Auftritt selbstbewusster. Nach wie vor unterhält sie enge Kontakte zur Identitären Bewegung und anderen Akteuren der „Neuen Rechten“.

Viele der uns von „Jungen Alternativen“ entgegengeschrienen Parolen haben wir die letzten Jahre schon von der NPD gehört. Es wurde auch deutlich, dass die „Jungen Alternativen“ nicht nur politisch, sondern auch in ihrer Organisation ein deutliches Problem mit Frauen zu haben scheinen. Diese waren so gut wie gar nicht vertreten.

Die Parolen der Jung-Rechten waren altbekannt. Von „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“, „Widerstand“ über Hassparolen gegen Antifaschist*innen bis hin zu einem größenwahnsinnigen „Hier regiert die AfD“ wurde so einiges gegrölt. Hessecam hat dies in einem Video dokuentiert:

Wer den Auftritt der „Jungen Alternativen“ erlebt hat wird wohl zu dem Fazit kommen, dass diese Menschen hoffentlich niemals an irgendeiner Regierung beteiligt sein wird. Dieser Eindruck passt zu den in der Halle gehaltenen Reden:

„Zehntausend Mitglieder wolle er versammeln und mit libertären und nationalkonservativen Kräften zu einer „schlagkräftigen Truppe“ formen. Sie brauche einen „gemeinsamen Geist“, so Hoffmann.“  

„Ich habe gedacht, dass die AfD ein bisschen gemäßigter ist, als die Rechtsextremen“, gibt die Vermieterin ihren Eindruck wieder. „Die sind genau so.“

Die Entwicklung der „Jungen Alternativen“ ist eindeutig. Auch der neue Vorsitzende hat klare „Visionen“:  Lohr träumt von einer Pegida-Bewegung auch im Westen Deutschlands: „Ich würde mir das wünschen, wenn auch im Westen mehr Menschen ihre Meinung auf der Straße äußern würden“, sagt er.

Im Laufe des Tages zeigt sich, was es heißt, wenn sich die Junge Alternative von ihrer besten Seite zeigt: unwidersprochene NS-Zitate, gegenseitige Beleidigungen und Bier am frühen Morgen.

Vor der Veranstaltung der „Jungen Alternativen“ wurde ein Journalist bedrängt. Seine Aussagen werden durch Postings von offen faschistischen Projekten im Internet bestätigt. Hier wurden Fotos von ihm sowie eines weiteren Journalisten veröffentlicht. Eine klare Taktik der Einschüchterung, die jedoch nur möglich ist, wenn es hiergegen keine breite und solidarische Protestbewegung gibt.

Es ist zu hoffen, dass die Sicherheitsbehörden sowie weitere Teile der Öffentlichkeit die Gefahr, die durch völkische und rechtsextreme Gruppen vorhanden ist, ernst nimmt und diesem völkisch-blauen Treiben Einhalt gebietet. Mit uns wird es keine Wiederholung der Geschichte geben und wir stellen uns klar gegen Antisemitismus, Sexismus, Rassismus, Nationalismus sowie die Verharmlosung des Nationalsozialismus durch die extreme Rechte. Kein Platz für gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

Hier ein weiteres Video von Hessencam mit Beiträgen der „Jungen Alternativen“ aus der Halle.

Hier eine Bildergalerie mit weiteren Impressionen (Im Vordergrund unser Protest, im Hintergrund die „Jungen Alternativen“:

 

(Der Artikel wird noch ergänzt)

Pressegalerie:

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„Junge Alternative“ Auf strammem Kurs nach rechtsaußen

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