Rückblick: Gedenken an die Bücherverbrennung in Büdingen

Dienstag, 10.05 -Beginn 18.30 bei der Stadtbücherei, Eberhard-Bauner-Allee 16, 63654 Büdingen. Die Demonstration endete gegen 20 Uhr an der Markthalle Büdingen.

In Büdingen wurden von Jugendlichen der neuen Büdinger Gruppe der Antifaschistischen Bildungsinitiative e.V. 12 Gedenktafeln an die Bücherverbrennung erstellt und aufgestellt. Hierauf sind im Nationalsozialismus verbotene Bücher und inhaltliche Beschreibungen zu finden. Die Gedenktafeln befinden sich zwischen dem neuen Kino und dem Jerusalemer Tor. Leider wurden 3 zerstört und mehrere beschädigt.

Es kamen trotz der sehr kurzfristigen Bewerbung 35 Menschen zur Gedenkaktion. Nach einer Auftaktkundgebung an der Büdinger Stadtbücherrei folgte eine Führung durch Büdingen. An den jeweilligen Gedenktafeln gab es kurze Vorträge zu den jeweilligen Fakten von jungen Büdinger Antifa-BIs. Es gab – bis auf einen als Pöbler bekannten Neonazi – durchweg positive Rückmeldungen von den Passant*innen. Bei der Abschlusskundgebung an der Büdinger Markthalle wurde an die chronologischen Abläufe vor der Bücherverbrennung erinnert, geschichtliche Hintergründe ergänzt sowie auf die vermeintliche Meinungsfreiheit der heutigen Neonazis eingegangen.

Die Gedenktafeln:

 

Die Gedenktafeln Nr. 2, 7 und 8 wurden zerstört: „Wir werden uns von den heutigen Feinden der Meinungsfreiheit,den Neonazis und Rassisten, nicht das Recht auf ein würdiges Gedenken nehmen lassen.“

Um einen Gegensatz zur Bücherverbrennung der Nazis zu setzen wurden Cover verbrannter Bücher an Luftballons gebunden. Diese wurden von den Teilnehmenden aufsteigen lassen.

Die Demokrat*innen haben aus den Verbrechen der Nazis gelernt. Und genau aus diesem Grund sind Volksverhetzung, die Leugnung des Holocausts sowie Rassismus, Antisemitismus und alle anderen menschenverachtenden Einstellungen keine Meinung, sondern: Menschenverachtende Einstellungen.

„Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen.“ Heinrich Heine

Aus diesem Grund kämpfen wir heute dafür, dass Neonazis nie wieder an die Macht kommen. Denn egal wie bieder sie sich heute verkaufen – Die Geschichte hat klar gezeigt, wie sie vorgehen. Diesen Kampf, das hat uns Weimar gezeigt, müssen alle Demokrat*innen über alle Unterschiedlichkeiten hinweg gemeinsam führen.

Hierzu ein Zitat von Martin Niemöller:

„Als sie die Kommunisten geholt haben,
hab ich nichts gesagt. Ich war ja kein Kommunist.

Als sie die Sozialdemokraten geholt haben,
hab ich nichts gesagt. Ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Juden geholt haben,
hab ich nichts gesagt. Ich war ja kein Jude.

Als sie mich geholt haben, war niemand mehr da der hätte etwas sagen können.“
Aus Geschichte lernen – Widerstand leisten.

Immer gegen die falsche Freiheit der Neonazis.

Immer für eine demokratische, solidarische und pluralistische Gesellschaft.

Nie wieder Bücherverbrennung – Nie wieder Faschismus

Der geplante Gedenkspaziergang ist ein wichtiger Baustein der politisch-historischen Bildung.“ Die Antifa-BI e.V. hofft, dass sich diesem neben den Büdinger Jugendlichen viele weitere Menschen anschliessen. Wenn noch jemand inhaltliche Beiträge anbieten möchte, einfach eine E-Mail mit Kontaktdaten an kontakt@antifa-bi.de senden.

Link zur FB-Veranstaltung:
https://www.facebook.com/events/475759659283819/

Presse:

Vorberichterstattung Kreis-Anzeiger: Zeichen zur richtigen Zeit