Frankfurt: Nazis blockiert

Am 20.06 haben sich 180 Anhänger des „Widerstandes Ost West“ in Frankfurt (Main*) getroffen. Die Kundgebung wurde vorher als „Top-Event“ beworben und für 1000 Teilnehmer angemeldet. Die später geplante Demonstration konnte aufgrund vieler Blockaden von Nazi-Gegner*innen nicht stattfinden ( So sah es um die Neonazi-Demo aus – überall Nazi-Gegner*innen) . Die 180 Teilnehmer des „Widerstandes Ost West“ wurden hinter den polizeilichen Absperrgittern einmal um einen Häuserblock geführt und hierbei von Nazi-Gegner*innen ausgepfiffen. Das selbst gesteckte Ziel der Neonazis, „der Antifa“ die Straße zu nehmen wurde nicht erreicht und die Teilnehmerzahlen waren für eine bundesweit beworbene Demo mickrig. Trotzdem darf diese gewaltbereite Szene nicht unterschätzt werden, denn sie ist in Teilen auch gewalttätig: In Frankfurt gab es mehrere Übergriffe durch die Neonazis auf Nazi-Gegner*innen und einen Journalisten.

Mehrere tausend Menschen haben sich an den verschiedenen Kundgebungen (z.B. wie wir des Römerbegbündnisse beteiligt) oder an Blockaden mitgewirkt. Die generationsübergreifenden Gegenproteste wurde jedoch überwiegend von jungen Menschen getragen und das lässt für die Zukunft weiter hoffen.

Es wird auch in den nächsten Jahren in Hessen keine „Dresdener Zustände“ geben. Dafür müssen wir als Nazi-Gegner*innen jedoch weiterhin auch außerhalb solcher Großdemos wachsam sein – und dies kontinuierlich. In vielen ländlichen Regionen Hessen gibt es nur einen sehr geringen Protest gegen Neonazi-Aktivitäten und auch der Protest gegen die antisemitischen Gaza-Demos letztes Jahr war leider überschaubar. In den nächsten Monaten ist mit weiterer Hetze gegen Flüchtlinge und Wahlkampfaktivitäten von NPD und co. zu rechnen. Auch der „Flügel“ der AFD sowie die „Identitären“ bzw. die damit verwobene „Neue Rechte“ sollte nicht unterschätzt werden.

Wir brauchen also mehr Netzwerke, Unterstützer*innen und Aktive in der Fläche um Neonazis auch hier weiterhin die Räume zu nehmen. Das wichtigste hierbei ist das regelmäßige Engagement: In der Prävention, in der politischen Bildung, an Schulen, Betrieben, Universitäten, in den Parlamanten, den Netzwerken, der Recherche, in der Sensibilisierung der Öffentlichkeit und in dem Aufbau von Gegenstrukturen. Und hierzu werden wir als Antifaschistische Bildungsinitiative e.V. auch weiterhin – neben vielen anderen – unseren Beitrag leisten.

Bilder:

PM Cheung

Felix M. Steiner

Presse:

Frankfurter Rundschau: Gemeinsam gegen Nazis

Das Römerbergbündnis

Taz: Ein echter Flop

Frankfurter Rundschau: Frankfurt Nazifrei – Der Tag im Überblick

Faz: Rosa Rauch in der Rothofstraße

Tausende AntifaschistInnen blockieren Neonazidemo:Desaster für “Widerstand Ost West”

Stadtkind Frankfurt: Blockaden und Proteste gegen Widerstand Ost-West in Frankfurt

Publikative: Ich kann einfach nicht über jeden Scheiß schreiben…

Hessischer Rundfunk: Inkl. Video der Hessenschau

Anmerkungen zum Hessenschau-Beitrag: Warum hat der HR nicht darauf hingeweisen, dass einer seiner Reporter von Nazis geschlagen wurde? Ist es wirklich objektiv, nur die Polizei zu Wort kommen zu lassen?

* Frankfurter Rundschau: In die falsche Stadt gefahren

Wird weiter aktualisiert und ergänzt