„Pro Deutschland“ in Butzbach – „Old Brothers“ in neuer Mission

„Old Brothers“ nun für „Pro Deutschland“ aktiv – Butzbacher zeigen ihre klare Ablehnung
 
Etwa 70 Menschen haben mit dem Butzbacher Bündnis für Demokratie und Toleranz und der Antifaschistischen Bildungsinitiative e.V. in Butzbach gegen einen Infostand von „Pro Deutschland“ demonstriert.


Neben der NPD, der Partei “die Rechte“, verschiedenen Gruppen wie den „Old Brothers“ gibt es nun auch im Wetteraukreis Menschen, die für die extrem rechte Partei „Pro Deutschland“ werben. Diese hatte am Samstag ihren ersten öffentlichen Auftritt in Butzbach und versuchte hier Unterschriften zu sammeln. Dies ist klar gescheitert, denn es konnte niemanden beobachten werden, der zu dem Stand gekommen ist. Dieser wurde nach einer Stunde abgebaut und die vier frustriert wirkenden „Pro Deutschland“ Aktivisten sind wieder nach Hause gefahren. Die Menschen in Butzbach haben klar gezeigt, dass rechtspopulistische Hetze in ihrer Stadt nicht willkommen ist und ein klares Zeichen für Demokratie und Antifaschismus gesetzt.

Video: Interview mit „Pro Deutschland“

Der Anmelder der rechten Kundgebung, Jan K.(Spitzname „Schinken“) aus Echzell gab den Medienvertretern mehrere Interviews. Er und Denis S. aus Florstadt sind in den letzten Jahren Mitbegründer und Aktivisten der neonazistischen Gruppe „Old Brothers“ gewesen. Jan K.(alias „Schinken“) tritt in seinem Facebook-Profil sogar heute noch mit einem Pulli der Gruppe auf. „Wer jahrelang zu einer Gruppe gehört, die Gaskammerpartys veranstaltete und deren Vertreter wegen Waffen,- und Drogengeschäften vor Gericht standen zeigt deutlich, wessen Geistes Kind er ist. Nun zu versuchen mit einer Partei in der Region Fuß zu fassen, zeigt eine Kontinuität dieser Einstellung“, so Andreas Balser von der Antifa-BI e.V.

Für was steht „Pro Deutschland“?

Der Soziologe Alexander Häusler schätzt diese wie folgt ein:

„Inhaltliche Zuordnungskriterien seien völkisch-nationalistische, rassistische sowie antisemitische Ausprägungen, autoritäre Politikvorstellungen, die Ablehnung des gesellschaftlichen Gleichheitsprinzips, die Diskriminierung von Minderheiten sowie die Ethnisierung bzw. Nationalisierung sozialer und ökonomischer Problemlagen.“(Zitat Häusler,vgl. Häusler: Rechtspopulismus in Gestalt einer „Bürgerbewegung”, 2010, S. 31-34, 36.)

Der Infostand des Butzbacher Bündnis für Demokratie und Toleranz und der Antifaschistischen Bildungsinitiative e.V. wurde hingegen sehr gut besucht. Im Gedenken an die vor 70 Jahren von Nazis hingerichteten Geschwister Scholl der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ wurden weiße Rosen mit Infozetteln an die vorbeikommenden Passanten verteilt Es wurden mehrere neue Mitstreiter für beide Gruppen gewonnen und das Infomaterial war sehr gefragt.

Presse: Artikel der Frankfurter Rundschau