„Old Brothers“ – Neues von der NPD – NPD bei Vereinen unerwünscht

Die Echzeller Hofreite der Gruppe gehört nicht mehr den „Old Brothers“ bzw. dem „Schlitzer“, sondern wurde von den Nachbarn übernommen.

Das ziemlich vermüllte Grundstück wurde inzwischen aufgeräumt, auch das hässliche Logo der „Old Brothers“ wurde abgehängt. Wie es eine Nachbarin formulierte “ Feind vertrieben, Burg eingenommen“. In der Region müssen wir in Zukunft jedoch noch viele „Burgen“ einnehmen. Denn die „Old Brothers“ haben noch Anhänger und auch die NPD ist noch in der Wetterau aktiv.

Artikel Frankfurter Rundschau: „Nur einer weniger“ – Kein Grund zum Feiern

Als wir vor Ort aktiv wurden, gab es bis auf eine Person niemanden im Ort, der den politischen Kampf gegen diese Neonazis aufnehmen wollte.

Die „Old Brothers“ haben zu dieser Zeit schon länger einen NS-Versandhandel betrieben, eine Security aufgebaut und Menschen bedroht. Diese war durch Pressemeldung der Gießener Antifa und uns bekannt. Ein halbes Jahr später, nachdem es wieder einen gewalttätigen Übergriff von den „Old Brothers“ gab, konnten wir in 2 Anwohner_innenversammlungen Menschen überzeugen, diesen Zustand politisch bekämpfen zu wollen. Dies wäre jedoch nicht ohne die Unterstützung von 2 Aktiven des Beratungsnetzwerkes in Hessen möglich gewesen.

Wir sind froh, dass wir nun die Früchte unserer Arbeit sehen können. Neben der „Grätsche gegen Rechtsaußen“ und dem lokalen Aktionsplan gibt es nun auch junge Antifa-BI e.V. Mitglieder in den betroffenen Gemeinden. Das wichtigste war jedoch, dass sich die Nachbar_innen entschlossen und öffentlich gegen die Neonazis positioniert haben. Und den Mut hatten, ihren politischen Kampf auch gegen die anfänglich sehr starke Ignoranz durch manche staatlichen Stellen, Teile der Öffentlichkeit sowie Zivilgesellschaft(Politik) und Teile der Medien durchzuhalten. Wir werden auch weiterhin dort aktiv sein, wo sich Neonazis tummeln und vor Ort den Aufbau von Bürger_inneninitiativen aktiv unterstützen und begleiten.

* Uns ist jedoch bewusst, dass die Region weiterhin eine Hochburg der Neonazis ist

– und dies auch bleiben wird, solange Ihnen vor Ort nicht ihre Strukturen restlos genommen werden. Die Gemeinden müssen nun den Mut beweisen, alternative Jugendkulturen zu stärken und eine selbstverwaltetet Jugendarbeit zu ermöglichen. Ansonsten ist ein „Schlitzer 2.0“ nur eine Frage der Zeit.

Artikel der Frankfurter Rundschau:In der Nazi-Burg“

Artikel der Wetterauer Zeitung(mit Bildern): Relikte des Grauens

Video von Maintower: 01.02.2013 Patrick W. „Der Schlitzer“ aus Echzell / Wetterau

Neues von der NPD – Bei Vereinen unerwünscht

Update: 07.01.2013

Das wir mit unserer Einschätzung leider Recht haben, zeigt ein Vorfall im Wetterauer Kreistag. Vor 5 Jahren leugnete hier der damalige NPD-Chef Marcel W. den Holocaust. Sein Nachfolger, Daniel Lachmann, sorgte bei der letzten Kreistagssitzung für einen Eklat und wurde für die Sitzung und die 2 folgenden ausgeschlossen. 2 NPD-Aktivisten versuchten, ein Transpi im Kreistag aufzuhängen – wurden jedoch daran gehindert. Das Mitführen eines Transparentes deutet auf eine geplante Aktion der Wetterauer Rechtsextremisten-Partei hin.

08.02.2013 – Artikel Frankfurter Rundschau – NPD-Chef verunglimpft Kreistag  

„Lachmann flüchtet“ (Zitat FNP)

Nach einem Bericht der FNP ist der NPD-Abgeordnete Daniel Lachmann geflüchtet ( „Als Becker-Bösch die Polizei holen ließ, flüchtete Lachmann“, FNP). Der verbliebene NPD-Abgeordnete Volker Sachs habe noch nicht einmal für die Anträge der eigenen Partei gestimmt.  Ein schmerzhaftes Ergebnis für die Neonazis. Hoffen wir, dass Lachmann weit und lange geflüchtet ist.

Update 15.02:

Mehrere Büdinger Vereine, darunter der Büdinger Geschichtsverein, der Carnevalsclub und der BDV versuchen den Büdinger NPD-Kader D. Lachmann auszuschließen bzw. loszuwerden. Der Geschichtsverein und der BDV veruschen ihn auszuschließen, vom Carnevalsclub hat er nach einem Bericht der FR eine Unterlassungserklärung erhalten. Die Reaktionen der Büdinger Vereine sind wichtig und unterstützenswert, denn hiermit kann der Versuch einer kommunalen Verankerung der rechtsextremen NPD eingeschränkt werden. Die Büdinger Vereine wehren sich!

Artikel der Frankfurter Rundschau hier:   NPD-Funktionär ist unerwünscht